Phase „Reisevorbereitung“ gestartet, status grün, Terminlage ohne Puffer

So oder so ähnlich wäre mein Projektstatus „Himalaya“ knapp und bündig formuliert. Aber es ist ja eine Freiteitaktivität und kein Projekt. Ist dies wirklich so?

Da ich mit Vorliebe Gebiete bereise wo „back to the roots“ Tagesprogramm ist, ist die Vorbereitung der Reise sowie die mitgeführte Ausrüstung entscheidend für das gelingen derselben. Wenn dir nachts in den Bergen kalt wird oder auf der Tour deine technische Ausrüstung versagt hast du ein Problem. Daher bereite ich meine jeweilige Reisen ähnlich einem Projekt vor, ist wohl eine Berufskrankheit bei mir.

Je weniger Infrastruktur um dich herum ist, je größer ist das Naturerlebnis aber je fataler ist auch eine schlecht geplante Route oder ein nicht funktionierender Ausrüstungsgegenstand. Jede Tour hat Ihre eigenen Anforderungen, es liegt auf der Hand das im Himalaya nicht die gleiche Ausrüstung benötigt wird wie z.B. auf meiner Cuba Rundreise. Deine mitgeführte Ausrüstung muss schlichtweg zum Vorhaben passen.

Auch die Vorbereitungen sind anders, alleine das Organisieren der Mitnahme meines Fahrrads mit Air India gibt schon einen Vorgeschmack auf das was mich erwartet. Es war meinem Reisebüro nicht möglich mehr als eine mündliche Zusage für die Mitnahme des Sportgepäcks von der Airline zu erhalten. Wem dies bereits Schweißperlen auf seiner Stirn befördert möchte ich nahelegen sich nach einer alternative umzuschauen. Wieso toleriere ich diese Unwegsamkeit? Air India bietet im Gegensatz zu den Mitbewerbern einen direkten Anschlussflug von Dehli nach Dharamsalla der eigentliche Startort der Reise. So hoffe ich darauf das ohne Wechsel des Cariers mein Rad eher am Startort ankommt als mit einem zusätzlichen Wechsel.

So weit hierzu.
Das Thema Navigation und Kommunikation war / ist ebenfalls etwas anders gelagert als bei den vorangegangenen Reisen. Auf Cuba und in Georgien war die Kommunikation mit der in der Heimat verbliebenen Familie recht unproblematisch. Wenn kein Internet zur Verfügung stand wurde eine Statusmeldung per SMS abgesetzt. Die Funkabdeckung war immer ausreichend gut um regelmäßig ein Lebenszeichen abzusetzen. In Indien ist es fraglich ob mein Telefonie Provider ein Abkommen mit den Örtlichen Dienstleistern hat. Eine Prepaid Karte eines lokalen Anbieters darf nur an Indischen Staatsbürgern verkauft werden und teilweise haben die unterschiedlichen Bundesländer keine Roaming Verträge untereinander. Zu all diesen Unwegsamkeiten kommt noch hinzu das das von mir bereiste Gebiet nur in den Ballungsgebieten, wo ich mich am wenigsten aufhalte, Netzabdeckung vorzuweisen hat. Ergo, ich brauche eine Lösung für dieses Problem. Insbesondere da ich in diesem Jahr alleine unterwegs bin und im Notfall muss ich in der Lage sein einen Notruf abzusetzen, egal wo ich mich gerade befinde.
Weiterhin ist das verfügbare Kartenmaterial, digital oder in Papierform, nicht sehr genau. Nicht das keine Karten verfügbar sind, nein nach jedem Winter sind irgendwelche Straßen schlichtweg weg, ab ins Tal mit weiteren tausenden Tonnen von Geröll. Also wird es wichtig verschiedene Karten mitzuführen, einen vernünftigen Kompass und ein robustes outdoor GPS Gerät dabei zu haben.
Beim Thema GPS bleibe ich bei Garmin, schließlich reise ich seit Mitte der 90er Jahre mit Garmin GPS Geräte.Mein erstes war ein Fest eingebautes Marine Gerät GPSmap 126 (ohne Kartendarstellung). Zu dieser Zeit war es noch Hilfreich und teilweise mangels Kartenmaterial notwendig aus unterschiedlichsten Quellen Luftaufnahmen von dem zu bereisenden Gebiet zu organisieren. Aber das war einmal … Zurück in die Gegenwart, da wo ich vom Geländewagen auf das Fahrrad umgestiegen bin.
Die letzten Reisen habe ich mit meinem Garmin GPSmap 62sc, einer Papierkarte, einem Kompass, ein Tablett, ein Handy, Powerbank, Solarpanel, ….. und 50 Kg Gepäck immer alles dabei gehabt. Das wird so im Himalaya nicht funktionieren, zumindest nicht mit meinem vom Bürostuhlsitzen gestählten Körper. Meine eigene Vorgabe ist es nicht mehr als 25 Kg Gepäck mitzunehmen.
Dies wird eine Herausforderung denn ich erwarte Temperaturen zwischen +45 im Flachland und -15 Grad in den Höhenlagen. Zudem reise ich alleine im alpinen Gelände und ich kann nicht wie bisher die gemeinsam genutzten Gegenstände auf 2 Räder verteilen. Ihr könnt euch mit Sicherheit vorstellen dass hier noch einige Vorbereitungen abzuschließen sind, ich werde euch bis zur Abfahrt auf dem Laufenden zu halten.

Gruß
Philip

  1 comment for “Phase „Reisevorbereitung“ gestartet, status grün, Terminlage ohne Puffer

  1. Holgi
    22. März 2017 at 4:41 PM

    Hey Phil,
    dass man sich schon Monate vorher intesivst mit der Planung beschäftigen muss, macht wohl diese Art von Radtour aus. Und am Ende wird es doch einige Situationen geben, auf die man nicht wirklich vorbereitet ist und Improvisation gefragt sein wird.
    Aber wenn´s nicht so wäre, wäre es zu einfach und kein Abenteuer mehr. Und du willst es ja so :).

    LG
    Holgi

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