Besuch beim Dalai Lama und aufbruch aus Mcloud Ganj 16. und 17. Mai

 


Nun Besuch beim Dalai Lama ist ein wenig übertrieben, zumindest war ich an dem Ort wo er offiziell residiert. Zum Tee hat er mich nicht eingeladen, aber es war interessant das Kloster und die Tempelanlage zu besichtigen.

Mein Postbotenauftrag konnte ich leider nicht mit abschließender Gewissheit erfüllen.

A.K. ich habe nach T.L. gesucht, die anwesenden Mönche konnten mir nicht abschließend weiterhelfen und das Sekretariat war für die kommenden 3 Tage geschlossen. And now? Nun ja ich habe den Brief im Briefkasten des Sekretariats deponiert, dies erschien mir die Lösung mit der höchsten Vollzugswahrscheinlichkeit. Ein Mönch sagte, mit dem Namen könnte man nicht einwandfrei identifizieren wer der Empfänger sein soll. Quasi wie eine Zustellung an Schmitz in Köln. Der Tipp war, ein Bild des Empfängers aufzukleben, eigentlich eine coole Sache für Einschreiben.

Aber fangen wir doch beim Frühstück an, das war gut und ausreichend. Der dazu servierte grüne Tee wirklich lecker und die Aussicht traumhaft. Ich hatte eine interessante Unterhaltung mit einer Professorin für Kultur an einer amerikanischen Uni. By the way, nach Austausch der Information zur Nationalität kam von Ihr als Einstiegssatz … „and yes our President is an Idiot“. OK wäre das auch geklärt ;-).

Den zwei kanadischen Touristinnen vom Nebentisch bin ich noch gerade zur Hand gegangen bei der Reparatur eines gebrochenen Brillengestells. Mit ein wenig Nagellackentferner, Sekundenkleber, Zucker und Isolierband war das Gestell nach 30 Minuten zur vollständigen Zufriedenheit wieder einsatzbereit. Mc Giver, Retter der hilflosen Backpackerinnen ;-).

Auf jeden Fall haben Roxane, die ohne Brille aber mit viel Henna Tattoos, diese 30 Minuten ausgereicht um mir Ihr Leben „Druckzubetanken“. Ich wusste, nicht dass Menschen existieren die noch mehr erzählen als ich selbst oder Denis!
Nach diesem Frühstück freue ich mich auf die 135 Treppenstufen, die Menschenmengen und das säuselnde Gehupe der Hirnvakumierten Taxidriver. Auf zum Tempel und anschließend etwas Essen in dem Kaffee mit W-Lan.

 

Es schüttet heute den ganzen Tag wie aus Kübel, daher hielt sich mein Sightseeing Bedarf in Grenzen. In weiser Voraussicht hatte ich vor dem Verlassen des Zimmers den Boiler eingeschaltet und hoffe so das ich später warmes Wasser in der Dusche habe.
Die Wettervorhersage für Dharamshala sieht bis Ende der Woche leider übel aus. Entweder radele ich im Regen oder ich Überbrücke die Erste Etappe im Nachtbus. Nicht das ich nachher noch durch Indien gereist bin, immer mein Rad inklusive Gepäck dabei hatte, aber nicht einen Meter gefahren bin. Morgen nach dem Frühstück schauen wir weiter, bloß keine Hektik aufkommen lassen.

Auf jeden Fall gibt es eine Alternative und die ist es den Nachtbus bis Manali zu nehmen. Kostenpunkt 1200 Rupie, das sind 17,40 € für eine achtstündige Busfahrt. Sollte das Wetter mitspielen, aber der Verkehr einem russischen Roulette gleich kommen werde ich auf jeden Fall mit dem Bus fahren.

Mangels weiterem Animationsangebot wollte ich heute Abend das Massageangebot des Hotels nutzen und es mir gut gehen lassen. Für die örtlichen Preise erhalte ich @Home noch nicht einmal die Visitenkarte geschweige denn einen Händedruck. Leider gab es bei der Terminabsprache zwischen Rezeption und ausführendem Organ eine geringfügige Lücke.

Als ich zum vereinbarten Termin erscheine, sind keine ausführenden Hände mehr im Saal, als ich zur Rezeptionistin sagte, dann müsse sie mich jetzt massieren ist anscheinend der humoristische Teil meiner Botschaft auch nicht angekommen. Ich befreite die Dame aus Ihrer peinlichen Situation und begab mich auf meinem Zimmer um noch ein wenig mein Material vorzubereiten.

Beim Transport im Flugzeug hat meine Ortlieb Tasche hinten rechts offensichtlich irgendwo gegen gescheuert und hat ein kleines Loch. Da diese Tasche Keller und Badezimmer sind, meine Codewörter für Werkzeug/Technik und Kulturbeutel/Handtuch werde ich vorsichtshalber das Loch provisorisch abdichten. @Home kann ich dann eine bleibende Reparatur durchführen, hierzu muss ich allerdings die Aufhängeschiene demontieren.

 

Vor dem geplanten Gang zur Knetküche habe ich mal die lokalen Streetfood Angebote getestet. Gestern war ich, auf Grund meiner „Wursterfahrung“ in Puerto Padre auf Cuba, ich berichtete hier ausführlich, noch etwas vorsichtiger und hatte mich für ein Thunfisch Sandwich entschieden. Fisch kommt schließlich aus der Dose, das Lokal hat viel zu tun und daher hoffte ich darauf das die Dose nicht schon seit 3 Wochen geöffnet im Schrank steht. Mein Kalkül ist auf jeden Fall aufgegangen oder ich habe einen Betonmischer statt einem Magen. Also, gestärkt von der Erfahrung das die lokale Nahrungsaufnahme ohne Nebenwirkungen geklappt hat, auf zu den Fressbuden der Mainroad. Mein Hauptgang nahm ich bei einem Stand ein das Hähnchenfleisch und ? zubereitet hat. Gestern war der Laden jedes mal als ich vorbeiging gut besucht und einige der Gäste habe ich heute wiedergetroffen. OK,ich habe keinen einzigen Touristen dort speisen sehen aber die gehen hier auch alle nur zum Yoga und in die Mango Lasi Bars. Auf jeden Fall war, nennen wir ihn mal Freddy, höchst erfreut das ich sein Lokal betreten habe. Mangels Menükarte deutete ich auf die einzige Pfanne, wo etwas Zubereitetes lag, Freddy nickte und ließ den Gasbrenner aufheulen. Der Duft, welcher aus der Pfanne stieg, war schon ein Hinweis auf die kommende Gaumenfreude. Da ich gerade erst aus dem Mekka der antibakteriellen Küche entflohen bin, musste ich noch ein wenig den mit dem Auge wahrgenommenen Hygienestandard mit dem tollen Geruch betäuben.

Als das Essen schließlich vor mir stand und ich es kosten durfte waren alle Bedenken begraben. Ein Gaumenschmaus ohne gleich durfte ich zu mir nehmen, da kann jeder Inder bei uns einpacken. Freddy sollte einen Streetfood Laden auf der Schildergasse eröffnen, das mit der Sauberkeit und dem Gesundheitsamt bringen wir ihm schon noch bei. Zum Glück sind meine Geschmacksnerven bereits an scharf gewürzten Essen gewöhnt, sonst hätte ich wahrscheinlich das Regenwasser aus den Kanal getrunken.
Euphorisiert vom kulinarischen Erfolg machte ich mich fürs Dessert auf den Weg zu einem bereits georteten Bäcker. Hier habe ich ein Stück Möhren-Nuss-Kuchen erworben und dieser war der krönende Abschluss eines hervorragenden Abendmahls. Da hole ich mir Morgen noch ein Stück von für unterwegs, njam njam.

Während ich diese Zeilen geschrieben habe, hat sich das Wetter deutlich beruhigt. Sogar die Wettervorhersage hat sich deutlich gebessert. Wenn alles gut geht (auch nach dem Essen 😉 bin ich ab Morgen unterwegs und werde meinen Spotter einschalten, einfach mal im www nachschauen wo ich bin.

Gruß Phil

PS: sorry wegen der kleinen Bilder, dies ist dem bescheidenen Internetzugang geschuldet. Wenn Ihr auf die Bilder klickt, bekommt ihr eine größere Ansicht.

 

Hier noch ein kurzes Video mit ein paar Bildern der ersten 2 Tage:

  6 comments for “Besuch beim Dalai Lama und aufbruch aus Mcloud Ganj 16. und 17. Mai

  1. Kay
    16. Mai 2017 at 11:53 PM

    Ganz großartig an deiner Reise teilzuhaben! Und grüße den Dalai Lama von mir!

    • 17. Mai 2017 at 12:59 PM

      Hi Kay, schön etwas teilen zu können wo andere Spaß dran haben. Ich muss eh das erlebte niederschreiben sonst bekommt mein Hirn einen Buffer Overflow ;-). Cu @Bonn

  2. Holgi
    17. Mai 2017 at 11:03 AM

    Hey Phil,
    scheinbar ist es bei dir gerade – wenn auch geringfügig – spannender als hier in Meckenheim/ Rheinbach. 😉
    Möchte mich den Kommentaren anschließen. Es ist spannend (am Arb.platz entspannend), deine Texte zu lesen und so an deinem Trip teilhaben zu können. Weiterhin gutes Gelingen und guten Appetit. 😉

    LG
    Holgi

    • 17. Mai 2017 at 1:01 PM

      Hi Holgi, jetzt kann ich schon remote das Leben in Meckenheim „aufbunten“, Cool. Und ja das Essen war heute wieder köstlich, ich werde berichten.

  3. Henriette
    17. Mai 2017 at 4:01 PM

    Lieber Phil,
    es ist ganz wunderbar, deine Erlebnisse zu verfolgen, und spannend dazu!
    Ich wünsche dir weiterhin eine gute Reise und viele interessante Begegnungen.
    Alles Liebe und Gute
    Henriette

    • 17. Mai 2017 at 4:10 PM

      Eine außergewöhnliche Bahn, die Henriette, ist sie doch, denn wer möchte nicht mit einer Bahn fahren, die auf einen noch wartet, nur damit man noch schnell Blumen für Oma pflücken kann. Deine Name werde ich auf immer und ewig mit dieser so schönen Kindergeschichte verbinden. Es freut mich dich hier zu sehen. Lieben Gruß in die Heimat.

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