22. u. 23. Mai, Old Manali, India

Ruhe-, Schreib- und Vorbereitungstage, 22. u. 23. Mai, Old Manali, India

Montag 22. Mai, old Manali (or small Jerusalem), India

Es ist an der Zeit eine Pause einzulegen und die erste Höhen-Aklimatisions-Phase durchzuführen. Ich habe mich 3 Nächte in Old Manali einquartiert. Die Stadt liegt bereits auf 2000 Meter und ist ein Treffpunkt für Alt & neu Hippies. Also genau der richtige Ort um Auszuspannen und kreativ tätig zu sein, nämlich das erlebte niederzuschreiben. Die bisherigen Eindrücke müssen erst einmal verarbeitet werden vor Neues auf mich einprasselt. Also bleibe ich Vormittags im Guesthouse und schreibe die Erlebnisse nieder, sortiere Bilder und genieße den fantastischen Ausblick.

Nachmittags zieht es mich in die Stadt, ich tausche Geld und finde ein gemütliches Kaffee. Die haben eine Espressomaschine und können diese sogar recht gut bedienen sowie eine riesige Auswahl an Kuchen. Ich starte mal mit einem Honig Nuss Kuchen und einem Cappuccino, setze mich aber vor dem Lokal hin denn drinnen werden mir zufiele glücklich machende Kräuter verköstigt. Als sich die Rauchschwaden gelichtet haben und es leicht anfängt zu regnen setze ich mich rein. Junge Israelis bestimmen das Stadtbild in old Manali und auch in diesem Kaffee. Es werden live Nirwana Songs geträllert begleitet von Gitarre und Didgeridoos sowie Schmuck hergestellt. Die Kombi Gitarre / Didgeridoo hat echt etwas, mir gefällt es hier und ich verweile ein paar Stunden, um weiter mein erlebtes niederzuschreiben.
Das Publikum zerbröselt dort ungeniert in der Öffentlichkeit Ihre Platten (getrocknetes / gepresstes Marihuana), bauen sich einen Joint und rauchen bis der Arzt kommt. Anschließend ziehen Rudel von gutgelaunten zugedröhnten Israelis durch die Stadt, ich beobachte das Treiben mit einem Schmunzeln. Zum Glück habe ich den Platz neben der großen Doppeltür, da zieht es und ich werde ausreichend mit Frischluft versorgt. Ich wäre sonst nie im Leben mit meinem Rad den Berg wieder hochgekommen ;-).

 

Ich komme ins Gespräch mit einem Alt Hippie, die laufen hier auch in auffallend große Menge herum. Er versorgt mich mit sehr nützliche Informationen, um meine Route anzupassen und historisches Wissen zur Stadt. Er kommt schon 25 Jahre hierher. Am Ende des Kullu Talls wo Manali liegt regnen die Wolken ab da diese sonst nicht über die Berge kommen. So kommt es, das hier alles sehr grün ist und ein hervorragendes Klima herrscht um Gras anzubauen. So sollen hier seit über 25 Jahren überall verborgene Hanf Plantagen angelegt sein welche für reichlich Nachschub sorgen.

Als es dunkel wird, genehmige ich mir in einer Bar noch eine Lemon Chicken Soup und ein Chicken Burger mit Yak Käse. Kulinarisch wird Indien auf jeden Fall, die bisher ausgeprägteste reise. Wahrscheinlich auch die Erste wo ich kein Gewicht verliere auf der 3 wöchigen Radtour. Nach dem Abendessen geht es Richtung Guesthouse, noch mit der Familie telefonieren und ab ins Bett.

 

 

 

Dienstag, 23. Mai, Old Manali, India

Aufstehen, Duschen, frühstücken gehen. Auf dem Gang zum Kaffee gebe ich meine Sachen noch in einer Reinigung ab, Infrastruktur sollte man nutzen, wenn diese zur Verfügung steht.
Mein Plan ist es heute alle Informationen zur Lage der Straßen zu aktualisieren, Nachschub einzukaufen und alles reisefertig zu machen. Ich werde Mittwoch, 24. Mai wieder abfahren und den Rothang Pass in Angriff nehmen. Also wenn dieser Bericht veröffentlicht wird, bin ich schon unterwegs. Die nächsten Beiträge werden aller Wahrscheinlichkeit ein wenig länger dauern (gute 6 / 7 Tage), ich erwarte nicht das ich in den Bergen über Internet verfüge.

Der aktuelle Informationsstand ist das alle umliegenden Pässe geschlossen sind aber ich als Radfahrer den Rothang Pass ohne Permit hochfahren kann.
Oben am Rothang Pass in den Dörfern Gramphoo / Tandi kann ich 3 Routen nehmen.

  1. Auf der Hauptroute Richtung Keylong / Leh ist der Baralacha La Pass (4883 Meter) in Höhe Darcha bereits gesperrt.
  2. Die Route in Richtung Osten zur Spitti Valey ist bereits in Dhara gesperrt, der Kunzum La Pass (4551 Meter) ist ebenfalls gesperrt.
  3. die Dritte Route biegt in Tandi Richtung NW ab und folgt 130 km dem Chenab Fluss. In Höhe Gosti könnte ich wieder Richtung Süden fahren (Chamba / Dalhousi) aber dort ist der Pass 4800 Meter hoch und auch noch gesperrt.

Also befinde ich mich in einer Sackgasse und werde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wieder über Manali durch das Kullu Tal nach Delhi fahren müssen.

Ich bin heute morgen (24. Mai) um 05:00 Uhr losgefahren um den 51 Km langen und 2000 meter ansteigenden Rothang Pass zu bewältigen. Von da an werde ich Tag für Tag anhand der Lage entscheiden wie es weitergeht, Ziel ist es pünktlich am 04. Mai mein Flugzeug in Delhi zu bekommen und dennoch mindestens einmal in die Berge zu fahren.

Im Dorf war heute eine Art Prozession und alles war sehr bunt. Da ich im Moment erst einmal „Leergeschrieben“ bin lasse ich einfach ein paar Eindrücke hier und beende den Beitrag hier. Ein wenig Geduld, die nächsten folgen.
Lieben Gruß
Phil

  

 

  4 comments for “22. u. 23. Mai, Old Manali, India

  1. Ric
    25. Mai 2017 at 4:59 PM

    Hallo Papa
    Ich hoffe es geht dir gut aber deinen bisherigen berichten nach scheint das ja der Fall zu sein 🙂
    Ich wünsche dir auf jeden Fall einen schönen vatertag fühl dich gedrückt ❤️

    • 30. Mai 2017 at 2:18 PM

      Danke mein Lieber,
      ich hatte einen super Vatertag, diese Eindrücke werde ich nicht mehr vergessen.
      Glad to Cu again in 6 days.
      Dad

  2. saBiene
    25. Mai 2017 at 9:21 PM

    … die Herriger Strasse grüßt aus der Garküche 1 Etage oben links!
    In Gedanken mit auf deiner Reise:
    Moni, Haydar, Waltraud, Susi, Klara, Helene, Sabine – eben der ganze Marktplatz!

    Prost! äh nicht nur Teeeeheeee

    • 30. Mai 2017 at 2:20 PM

      Sehr schön SaBine,
      es freut mich aus der Ferne doch den Kontakt zur Familie und Freundeskreis nicht zu verlieren… auch wenn es mal 5 Tage kein Internet gegeben hat ;-).
      Kisses Phil

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