Tag 8 Ruhetag und Tag 9 Aufbruch aus Vinales

Tag 8, ein Ruhetag mit Anschluss an die Außenwelt

Es ist wichtig einen Ruhetag einzulegen um Körper, Ausrüstung und Räder auf ledierungen hin zu überprüfen und entsprechend zu pflegen. Wir wollten dies planmäßig in Vinales tun um dabei die geniale Landschaft zu genießen und das WIFI des Hotels zu nutzen. Beides hat diesmal für Cubanische Verhältnisse sehr gut geklappt, wir konnten sogar ein paar Berichte auf Vorrat auf meinem Server Hochladen. Leider ist beim Hochladen des Videos aus Habana dann die Internetverbindung doch noch abgerissen, wir liefern es bei erster Gelegenheit nach.
Ansonsten haben wir es uns an diesem sonnigen Tag am Pool des Hotels gut gehen lassen, die Spuren sind 2 Tage später noch sichtbar. Als Radfahrer und als Badegast ist man unterschiedlich gekleidet, dies offenbart sich am Pool jedem außenstehenden an der „Zonenbräune“ des Radfahrers. Unterarme Gesicht und Kniee sind knackig braun, der Rest ist Blütenweis. Abends nach dem Tag am Pool sind die braunen Stellen weiterhin braun und die Blütenweisen Signalrot. Da haben weder 50er Sonnencreme noch ganztägige Schattenplätze etwas gegen ausrichten können.
Als wir das Hotel in Richtung Ort verlassen ist es dunkel da kommen die Signalroten Schultern zur richtigen Zeit. Wir versuchen noch ein paar Aufnahmen mit Langzeitbelichtung, ohne Stativ schon eine Herausforderung. Auf dem Weg sammelten wir noch eine englische Aussteigerin ein und nahmen Sie mit ins Tal. Sie hat ihren Job gekündigt und wird 2 bis 3 Monate durch Cuba trampen, diese Option sollte ich mir auch mal überlegen ;-).
Mit einem preiswerten und gutem Essen endete dieser 8e Tag.

 

Tag 9, Aufbruch aus Vinales
Dieser gestaltet sich erst einmal schwierig, wir verschlafen und kommen nicht in die Hufe. Anschließend hat das einzige Geschäft welches Wasser im Angebot hat geschlossen. Wir haben nur noch 1,5 Liter Wasser an Bord, definitiv zu wenig um sich auf den Weg zu machen. Nach einigem suchen finden wir eine Alternative und können so um 13:00 Uhr Lokalzeit Richtung Pinar del Rio aufbrechen. Die Strecke ist hügelig aber die Bergabanteile überwiegen da wir wieder in Richtung Flachland fahren. Pinar ist schnell erreicht aber missfällt uns deutlich. An jeder Ecke wird man von Schleppern zugetextet die Zimmer, Zigarren oder sonstiges verkaufen wollen. Bis auf eine Unterhaltung mit einem Taxifahrer der unsere Räder gut findet entsteht kein einziges normales Gespräch mit einem Cubaner. Das nervt enorm, also Eis essen, Wasser tanken, das weite suchen.
Wir fahren zur Autobahn in Richtung Habana denn nur von der Hauptstadt aus bekommen wir geeignete Mitfahrgelegenheiten in Richtung Osten, Santiago de Cuba ruft.
Es fängt an zu regnen und wir stellen uns erst einmal unter, nach 30 Minuten ist unser erster Regenschauer vorüber. Deutlich, aber sehr angenehm abgekühlt geht es weiter durch die Stadt.
Ich bin froh mein Garmin dabei zu haben, es erleichtert die Orientierung sehr. Übrigens ist das OSM Kartenmaterial hervorragend für unsere Zwecke. Da der Import von reinen GPS Geräten in Cuba anmeldepflichtig ist gebrauchen wir das Gerät mit Bedacht. Es ist halt dunkelgrün und nicht in Signalfarbe und in der Regel am Lenker befestigt wo die Landkarte darüber liegt. So gab es bisher keine Probleme.
Also auf in den Osten, dafür müssen wir wieder über die Hauptstadt sonst sind die Anbndungen und Mitfahrgelegenheiten zu schlecht. Wir fahren mit unseren Rädern auf die Autobahn, auf Cuba das normalste der Welt, und hier können wir in kurzer Zeit wegen der guten Straße richtig Strecke machen. Wir trämpen zwischendurch und 3 Mitfahrgelegenheiten später befinden wir uns um kurz nach 22:00 Uhr Wieder in Habana, allerdings an der falschen Seite. Auch hier befahren wir den Autobahnring um die Stadt und gegen 23:00 Uhr befinden wir uns an der zentralen Mitnahmestelle der Nationalen Autobahn A1 von Habana in den Osten des Landes. Wir wollten uns eigentlich gerade einen Kaffee kochen als der richtige LKW anhält, ein paar Verhandlungen später sind die Räder verladen und wir Düsen mit noch einer Cubanerin davon. Es ist sehr laut, riecht nach Öl und Diesel dafür ist es aber angenehm kühl. Die Kubanerin neben uns friert sich allerdings den allerwertesten ab. Als wir eine Decke über unsere und Ihre Beine legen retten wir Ihr damit wahrscheinlich das Leben. Allerdings ist nun das Eis gebrochen und Sie rückt immer näher um mich bis zu Ihrer Haltestelle nicht mehr loszulassen. Meine Körperwärme hat die unbekannte Dame also für 4 Std. am Leben gehalten und mich wach. 300 LKW Kilometer später verabschiedet sich die Mitfünfzigerin mit einem großen lächeln und klettert über die LKW Bordwand um mit Ihrem Rollkoffer in die Dunkelheit der Nacht zu entschwinden. Ich frage mich ob sich in dem Rollkoffer noch ein Pullover oder eine Jacke befand?
Für uns ist es an der Zeit etwas wärmere Sachen anzuziehen, die Pappe auf dem Boden zu richten und in unsere Schlafsäcke zu entschwinden, wir haben noch ein paar Stunden vor uns. Insgesamt waren wir bei Nacht 8,5 Stunden auf der Ladefläche des LKW’S und sind am nächsten Morgen schlichtweg gerädert. Unser erstes Ziel, ein Frühstück, eine Casa, eine Dusche und ein Bett. Ob wir hierbei wohl erfolgreich sein werden?

Gruß Ric und Phil

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