Tag 16 und 17, Holguín, Puerte Padre, Ciego de Avila

An Tag 16 steht Regen auf dem Programm, mit meiner nicht funktionierenden Regenjacke ist das nicht lustig. Nach 3 Km bin ich innen wie außen gleich nass, ignoranz ist die Lösung. Weitere 25 Km später löst sich das Gewitter in Sonnenschein auf, ich ziehe trockene Sachen an. Der weitere Verlauf ist durchweg Monoton, bergauf bergab über die Hügel erreichen wir schließlich die Hafenstadt Puerto Padre. Wir finden eine tolle Casa direkt am Wasser und können von der Dachterrasse aus dem nächsten, übers Meer nahendem Gewitter, trocken zuschauen. In diesem Urlaub eine neue Erfahrung für mich trocken zu bleiben wenn es regnet.
Nach dem Regenguss  machen wir eine Erkundungstour durch die Stadt. Mann erkennt hinter dem Verfall deutlich das es sich einst um eine florierende Hafenstadt mit Kapital in Händen der Geschäftsleute gehandelt hat. Heute sind nur einzelne Gebäude, zumindest Äußerlich erhalten, der Rest ist schlichtweg nur noch etwas für die Abrissbirne.
Es ist Donnerstag und das Städtchen rüstet sich für eine Feier am Freitag. Überall bauen Schausteller ihre Attraktionen auf, es wird sehr bunt an den zentralen Plätzen. Bei jedem TÜV Prüfer würden diese selbst gebauten Karouselle nervöse Zuckungen im Gesicht hervorrufen, wir sind nur erstaunt über den Einfallsreichtum der Cubanischen Schausteller. Ich komme mir vor wie Pinocchio als er ins gelobte Land einzug hällt, und die Unfallstatistik dieser Attraktionen gleichen dem Erwachen am nächsten Morgen. Meine Kinder würde ich noch nicht einmal in die Nähe eines solchen elektrochockenden und Gliedmaßentrenenden Gefährts kommen lassen.
Ein weiterer zentraler Punkt der Kirmes gleicht dem europäischen Gewohnheiten, Fressbuden so weit das Auge reicht. Allerdings weichen die angeboteten Spezialitäten geringfügig von dem uns geläufigen Sortiment ab. Hauptbestandteile der angeboteten Nahrungsprodukte sind Fett oder Zucker und zwar in jeglicher Form. Da wir noch nicht zu abend gegessen hatten suchten wir eine passende Bude aus um uns etwas zu bestellen. Die Auswahl fiel auf einen Hamburger mit Salchicha, jamon und queso ( Wurst, Schinken und Käse)…….welch tragischer Fehler.
Das Ganze war das ansehnlichste Essen vom ganzen Platz allerdings fühlte ich mich nach dem ersten Bissen so, als ob ich mit allen Fahrgeschäften gleichzeitig verunfallt währe. Stellt euch vor Ihr beißt in eine lecker ansehliche Wurst und plotzlich fallen die grob geschrederten Stücke Schwein, inklusive Rosinen, in deinen Mund und fangen an Salsa zu tanzen. Gefühlte 17 elektrogeschocks später und mit abgetrennten Körperteilen schleifte ich mich mit den Salsa tanzenden Schweinebrocken im Mund zum Steg um damit die Fische zu vergiften. Der sich noch in meiner zuckenden Hand befindliche Rest der angeblichen Nahrung folgte im hohen Bogen. Seit diesem Tag, das ist eine Woche her, plagen mich nächtliche Alpträume von singenden Fischen mit Schweineköpfen die singen: „Killing me softly…“.

Zum Glück fanden wir zeitnah eine Quelle zur Nahrungsaufnahme welche nicht dem ambulanten Reisegewerbe zuzuordnen war sondern ein lokales Restaurant welches auf lebendige und bestenfalls wiederkehrende Kundschaft angewiesen ist.
Mangels Spanisch Kenntnisse musste die Google Translator App (mit offline Wörterbuch) herhalten um die Menükarte zu verstehen. Als sich der Hüncheneintopf als ein gegrilltes Hänchenbein mit frittierten Bananen Chips entpuppte war uns nicht ganz klar wo die Abweichungen entstanden sind, in der Übersetzungsapp oder der Umsetzung durch die Köchin. Egal, es vertreibt den Geschmack vorangegangener Katastrophen.
ENDE Tag 16.

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